Regelung ab Augst in Kraft / Landtagsabgeordneter Pentz hat auch fehlende Plätze im Blick

Pünktlich zum Ende der Hessischen Sommerferien beginnt auch für Eltern von Nachwuchs im Kindergartenalter ein neuer Abschnitt: Ab August dieses Jahres ist für jedes hessische Kind ab drei bis zum Beginn der Schulzeit der Kindergartenbesuch für sechs Stunden pro Tag kostenlos. Dieses im August vergangenen Jahres abgegebene Versprechen hat Hessens CDU nun eingelöst. „Wir haben immer gesagt, dass wir nach der Neuordnung des Länderfinanzausgleichs den Besuch des Kindergartens beitragsfrei stellen werden – das setzen wir jetzt um“, so Manfred Pentz, Landtagsabgeordneter und Hessischer CDU-Generalsekretär. Gemeinsam mit Dieburgs Fraktionsvorsitzendem Renée Exner hat er am Donnerstag in Dieburg das Programm „1, 2, 3 – Für mich ist der Kindergarten frei“ vorgestellt. Mütter, Väter und Kindergartenleiterinnen sind der Einladung ins Pater-Delp-Haus gefolgt und haben sich über das Programm informiert.
Bislang war lediglich der Besuch des dritten Kindergartenjahres in Hessen für fünf Stunden am Tag kostenfrei. Ab August werden nun sechs Stunden auch im ersten und zweiten Kindergartenjahr beitragsfrei. Für das dritte Jahr wird die Betreuungszeit von fünf auf sechs Stunden ausgeweitet. Dafür sind im Entwurf des Doppelhaushaltes 2018/2019 Mittel in Höhe von insgesamt 440 Millionen Euro veranschlagt – 130 Millionen Euro für das Jahr 2018 und 310 Millionen für 2019. Auch die Qualität der Betreuung soll steigen. In den kommenden Jahren werden schrittweise 50 Millionen Euro bereitgestellt, diese können unter anderem für Fortbildungen Fachkraftgespräche und Materialien investiert werden, so Pentz.

„Ich hatte von dem Programm gehört und dazu im Internet recherchiert“, sagt eine junge Mutter am Donnerstag. Nun möchte sie mehr erfahren - ihr älteres Kind wird ab Juli in den Kindergarten gehen. Die junge Frau freut sich, dass sie dann womöglich nur noch einen Monat voll bezahlen muss und eventuell anfallende Zusatzzeiten. „Es ist alles teuer, da ist die Neuregelung eine echte Entlastung“.
Rund 5.000 Euro in drei Jahren könne diese Entlastung für Familien betragen, rechnet Pentz am Donnerstag vor. Wie genau die Zahl für Dieburg sein wird, steht aktuell noch nicht fest. Der errechnete Durchschnittsbetrag, den ein Kindergartenplatz monatlich in Hessen kostet, liegt bei gut 135 Euro. In Dieburg werden zwar mehr als 140 Euro fällig, allerdings, so Pentz, werde etwa die Stadt Frankfurt, in der ein Platz auch mehr kostet, die Zusatzkosten trotzdem nicht erheben. Und aus dem benachbarten Groß-Zimmern berichtet er, dass dort die Betreuungszeit „nicht spitz abgerechnet“ werde. Wenn die kostenlosen sechs Stunden am Tag um sind, werde niemand die siebte Stunde taktgenau abrechnen. Wie es in Dieburg gehandhabt wird, soll noch diesen Monat in der Stadtverordnetenversammlung besprochen werden, ergänzt Renée Exner.
Um eine Problematik wissen Pentz und Exner trotz aller Freude über die finanziellen Entlastungen: In Dieburg fehlen aktuell 40 Kindergartenplätze. Zwei Mütter berichten von einer regelrechten Odyssee von Tagesmüttern über das Jugendamt bis hin zu Dieburgs Bürgermeister, die sie hinter sich haben, um die dringend benötigten Kindergartenplätze zu erhalten. Sie seien enttäuscht, dass alle immer nur „die Hände heben“ und mit den Schultern zucken, aber keine Lösungen anbieten würden. Dass Betroffene sich alleingelassen fühlen, bedauert Exner. „Deswegen sind wir heute hier zusammengekommen, um endlich miteinander auch hierüber zu sprechen.“ Dies kommt bei den Besuchern gut an. Sollte sich nun keine Lösung abzeichnen, regt Exner an, zu dem Thema „schnellstmöglich eine Sondersitzung des Parlament“ anzustossen. „Es muss etwas passieren, Eltern brauchen Gewissheit.“

„Ich werde alles dafür tun und mit dem Bürgermeister reden, um die fehlenden Plätze schaffen zu können“, verspricht auch Pentz. Notfalls müsse vorübergehend eine Containerlösung gefunden werden, auch wenn dies nicht der beste Weg sei, wie er selbst wisse.

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